Unsere Arbeit

Hier findet ihr Informationen zu unserer aktuellen Arbeit sowie einen kleinen Auszug unserer bisherigen Fälle.

Im Jahr 2019 widmen wir uns ganz der Kampagne Mut braucht Schutz und ihren Einzelfällen.

https://www.amnesty.de/allgemein/kampagnen/mut-braucht-schutz


Bis Ende 2018 haben wir uns schwerpunktmässig – u.a. mit Appellbriefen und Informationsveranstaltungen – um die nachfolgenden Personen gekümmert, die glücklicherweise mittlerweile allesamt aus der Haft entlassen sind, was uns sehr freut!

SIEBEN FÜHRENDE MITGLIEDER DER RELIGIONSGEMEINSCHAFT DER BAHAI, IRAN

Bahais

Bahais

Ausgerechnet in ihrem Ursprungsland, dem Iran, wird die Religionsgemeinschaft der Bahai nicht anerkannt und ihre Anhänger systematisch verfolgt und schikaniert. Seit 2008 befanden sich sieben führende Mitglieder der Bahai in Haft obwohl sie lediglich friedlich ihre Religion ausgeübt haben.

Die zwei Frauen und fünf Männer waren Mitglieder einer Abteilung, die für religiöse und Verwaltungsangelegenheiten zuständig ist. Die Frauen sind Fariba Kamalabadi, eine Psychologin für Entwicklungsstörungen und Mutter von drei Kindern, und die Lehrerin Mahvash Sabet. Bei den Männern handelt es sich um Jamaloddin Khanjani, dem Fabrikant Afif Naeimi, dem Landwirtschaftsingenieur Saeid Rezaei, der früheren Sozialarbeiter und jetzigen Besitzer einer Tischlerei Behrouz Tavakkoli und Vahid Tizfahm, einem Optiker.

Die sieben Bahai-Mitglieder wurden 2008 von einem Teheraner Revolutionsgericht zu 20 Jahren Haft verurteilt. Ihnen wurden schwerwiegende Anklagepunkten vorgeworfen, wie Spionage für Israel und Propaganda gegen das System, die aber allesamt unbegründet waren. Das Gerichtsverfahren genügte nicht den Standards für faire Verfahren. So wurde beispielsweise bei einer Verhandlung versucht, die Anwälte der Angeklagten auszusperren. Seither waren die sieben Bahai-Mitglieder den harten Haftbedingungen in einem Gefängnis bei Teheran ausgesetzt und erhielten nur zeitweilig die Erlaubnis, Ihre Anwälte zu kontaktieren.


Zwei der über zweihundert Erfolge der Gruppe Ratingen

2008: Magdalena Garcia Durán, Mexiko

Magdalena Garcia Durán, Mitglied des indigenen Nationalkongresses in Mexiko, wurde im Mai 2006 auf dem Weg zu einer Protestaktion verhaftet und auf der Fahrt zum Gefängnis geschlagen und sexuell missbraucht. Sie wurde gezwungen, ein spanischsprachiges Geständnis zu unterschreiben, obwohl sie – als Indigena – kaum Spanisch sprach. Durch weltweiten Protest von Menschenrechtsgruppen, unter anderem der Amnesty-Gruppe Ratingen, wurde der Fall bekannt und der Druck auf die mexikanische Regierung so groß, dass Durán 2008 freigelassen wurde.

 

1988: Levko Lukaschenko, UDSSR

Weil er sich für die Unabhängigkeit der Ukraine von der damals noch existierenden Sowjetunion einsetzte, verbrachte Levko Lukaschenko 15 Jahre in dem berüchtigten sowjetischen Straflager Perm. Amnesty-Gruppen aus Ratingen, Brüssel und Paris gelang es, die Unterstützung französicher Diplomaten zu bekommen. Diese setzten sich im Rahmen einer KSZE-Konferenz für die Freilassung politischer Gefangener in der Sowjetunion ein. Kurz darauf wurde Levko Lukaschenko zusammen mit 60 weiteren Gefangenen freigelassen.

 

25. Februar 2019